Fledermäuse

 

Weltweit sind heute rund 950 Fledermausarten bekannt. In Europa leben 30 Arten, davon 22  in Deutschland. Die kleinste Art hierzulande ist die Zwergfledermaus. Sie wiegt ausgewachsen etwa 3 - 8 Gramm und hat eine Spannweite der Flughäute von rund 20 Zentimetern. Die größte Art im Oberbergischen bzw. in Nordrhein-Westfalen, die Mausohr-Fledermaus, bringt schon zwischen 15 – 30 Gramm auf die Waage und hat eine Spannweite von Flügelspitze zu Flügelspitze ausgebreitet von 43 Zentimetern.

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Fledermäuse sehen mit den Ohren. Sie haben ein hochempfindliches Echo-Ortungssystem entwickelt, das ungefähr so funktioniert: Durch das Maul oder bei einigen Arten auch durch die Nase werden Schreie ausgestoßen. Treffen diese Laute auf ein Hindernis oder eine Insektenbeute, so kehren sie als Echo zum Ohr der Fledermaus zurück. Wenn die Tiere in kurzer Zeit sehr viele Schreie ausstoßen und das Echo jeweils sofort zurückschallt, bekommen die Fledermäuse ein "Hörbild" von ihrer Umgebung und   sehen so quasi mit den Ohren. Auf diese Weise erhalten sie alle wichtigen Informationen über Entfernung, Form sowie Größe des Beuteobjekts oder des Hindernisses in der Flugbahn.

 

Fledermäuse sind nachtaktive Tiere. Das heißt, die Fledermaus schläft am Tage, übrigens mit dem Kopf nach unten hängend, z. B. in einem hohlem Baum oder auf einem Speicher.

 

In der Nacht verlässt die Fledermaus ihr Schlafquartier und geht auf Insektenjagd. Sobald es am Morgen hell wird, kehrt sie in ihr Schlafquartier zurück und verschläft den Tag.

 

Nur drei der der 950 Fledermausarten sind Blutsauger. Diese "Vampire" leben in Mittel- und Südamerika. Aber sie saugen kein Menschenblut sondern halten sich an Kühe und auch Hühner, deren Haut sie mit den kleinen Zähnen einritzen. Die Tiere spüren nichts davon.

 

Die weitaus größere Anzahl der Fledermausarten sind Insektenfresser! Ihre Jagdreviere liegen überall dort wo sich Fluginsekten aufhalten z. B. an Gewässern, Waldrändern in Parks und Gärten oder unter Straßenlaternen.

 

 

Übrigens: eine einzige Fledermaus frißt pro Jahr 250 000 Mücken!

Heimische Arten:

Am häufigsten trifft man die Zwergfledermaus an. Sie hat ihr Sommerquartier in Baumhöhlen oder in Ritzen und Spalten an Gebäuden (hinter Fassaden, Schiefer), im Winter quartiert sie sich gerne in Dachstühlen oder Baumhölen ein. Ihr Jagdrevier liegt meist 1-2 km vom Quartier entfernt.

Die Wasserfledermaus verbringt den Sommer gerne in Baumhöhlen oder Fledermauskästen. Sie nutzt auch enge Spalten unter Dächern oder Mauerspalten. "Männergesellschaften" findet man auch unter Brücken. Den Winter verschlafen Wasserfledermäuse in unterirdischen Hohlräumen wie Felsspalten oder Stollen. Dort hängen sie frei oder verstecken sich in Ritzen. Die Wasserfledermaus jagt über Gewässern, meist in nur 2-5 km Entfernung vom Quartier.

Das Mausohr hat sein Sommerquartier oft auf Dachböden und Kirchtürmen. Im Winter sucht es unterirdische Hohlräume, Stollen oder Keller mit einer Temperatur von 2-8° C auf. Das Mausohr jagt in Parks, Feld- und Wiesenlandschaften, aber auch in Ortschaften und "zu Fuß" am Boden.

Fledermäuse sind stark gefährdet

 

Fast alle 22 der in Deutschland lebenden Fledermausarten sind in ihrem Bestand  bedroht. Wie kommt dass? Folgende Ursachen gibt es dafür:

 

 

Im Winter benötigen Fledermäuse ein ruhiges, frostfreies Quartier. Hier nutzen sie gerne Naturhöhlen und alte Bergwerkstollen. Leider werden diese oft verschlossen, so dass die Tiere keine Einflugmöglichkeit mehr haben. Bestimmte Arten überwintern auch in hohlen Baumstämmen, die leider allzu oft gefällt werden.

 

Im Sommer suchen Fledermäuse ein warmes, trockenes und zugfreies Quartier. Je nach Art werden Baumhöhlen, Fledermauskästen, Dachstühle, Kirchtürme, Spalten an der Hauswand, z. B.  hinter Schieferplatten oder Fensterläden als Versteck genutzt. Die Männchen leben meist einzeln und die Weibchen bilden sogenannte Wohnstuben, in denen sie gemeinsam ihre Jungen aufziehen. Eine Fledermaus bringt im Durchschnitt ein Junges pro Jahr zur Welt, dass mehrere Wochen gesäugt wird.

 

Wie kann man den Fledermäuse helfen?

Aufhängen von Fledermauskästen

Mit dem Aufhängen von Fledermauskästen kann jeder aktiv zum Schutz von Fledermäusen beitragen. Fledermauskästen sollten aus Holzbeton bestehen, da er besser isoliert als Holz.

 

Von großer Bedeutung ist, wo die Fledermauskästen angebracht werden.

 

 

Übrigens:

Der Kot, Fledermaus-Guano, ist ein ausgezeichneter Blumendünger

 

 

Wie verhält man sich im Falle von Fledermaus-Einflug in die Wohnung?

Ruhe bewahren. Hektische Bewegungen können bei den Tieren Panik auslösen, so dass sie orientierungslos gegen Wände, Möbel oder Fenster fliegen können und sich evtl. verletzen.

Fenster weit öffnen. Die Tiere versuchen meist, dort hinaus zu kommen, wo sie auch hinein gekommen sind. Versperren Sie nicht diesen Fluchtweg, in dem sie Tieren, die in Nachbarräume geflogen sind, die Tür vor der Nase zuschlagen. Nach einigen Runden fliegen sie meistens ins Freie.

Licht anschalten. Die Helligkeit wird die Tiere dazu veranlassen, ins Dunkle zu fliegen. Ständig brennende Lampen, die z. B. Motten und Nachtfalter anlocken, ziehen jedoch auch Fledermäuse an, da sie hier Nahrung finden.

In die Hände klatschen oder das Radio anschalten. Da die Tiere ein störungsfreies Quartier suchen, werden sie sich von der Lärmquelle entfernen.

Besonders im Hochsommer, wenn viele Menschen bei offenem Fenster schlafen, ist ein Fliegengitter vor dem Schlafzimmerfenster ein effektiver Schutz vor Fledermausbesuchen.

Gekippte Fenster laden nicht nur Einbrecher, sondern auch Fledermäuse ein. Besonders wenn Sie im Zeitraum August/September in Urlaub fahren, sollten Sie alle Fenster fest verschließen, da sich die Fledermäuse sonst ungestört "einquartieren" könnten.