MP 1-2 Galgenberg

 

Das Naturschutzgebiet Galgenberg liegt auf dem Nutscheid-Höhenrücken, der sich von Waldbröl bis nach Hennef erstreckt. Es handelt sich um ein Birken-Eichen-Niederwald-Gebiet. Dieses ca. 70 ha große Gebiet überwiegend im Eigentum der Waldnachbarschaft Bladersbach, wurde bis in die jüngere Vergangenheit von dieser als Niederwald bewirtschaftet.

 

Niederwälder gründen auf der Eigenschaft von Laubbäumen, nach dem Fällen aus dem verbliebenen Stock wieder austreiben zu können. Die Bäume werden "auf den Stock gesetzt" und bilden den sogenannten "Stockausschlag". Das "auf den Stock setzen" geschieht alle 15-

30 Jahre.Wie viele Bereiche des Bergischen Landes ist auch das Nutscheid noch heute  von der Niederwaldwirtschaft geprägt. Sie brachte den Waldbauern Brennholz, Eichenrinde, die zur Ledergerbung an Gerbereien verkauft wurde, und auch Reisig für die Kehrbesen. Nicht zuletzt gewannen die Köhler aus den Niederwald Holzkohle die Eisenverhüttung.

 

Im 19. Jahrhundert waren viele Wälder, besonders die Niederwälder, aufgrund der z. T. intensiven Beweidung und Übernutzung verwüstet. So wurden zum Ende des 19. Jahrhundert  zahlreiche Niederwälder mit Fichte aufgeforstet. Diese Praxis wurde aus Gründen höchstmöglicher Rentabilität im 20. Jahrhundert noch vehementer betrieben. Große Niederwaldflächen gingen dadurch verloren, zumal auch die Produkte des Niederwaldes ausgedient hatten. Brennholz und Holzkohle wurden durch Steinkohle, später durch Öl und Gas ersetzt und die Gerbrinde durch chemische Gerbsubstanzen abgelöst.

 

Aus Biotop- und Artenschutzgründen besitzt der Lebensraum Niederwald für das Bergische Land eine besondere Bedeutung.

 

Im NSG Galgenberg wurden Grundlagen- und Vegetationskartierungen sowie Untersuchungen der Insektenfauna durchgeführt. Seit 1993 bestehen 2 Verträge: Durch den Schutzwaldvertrag zwischen Land (Forstamt) und Waldnachbarschaft wird die Niederwaldbewirtschaftung festgeschrieben und über den Pflegevertrag mit der Biologischen Station Oberberg wurden besondere Pflegemaßnahmen geregelt.  Die Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Forstamt Waldbröl. Auch auf angrenzenden Parzellen konnten inzwischen Pflegeverträge abgeschlossen werden.