MP 5-1 Morkepütz

 

Das Naturschutzgebiet Steinbruch Morkepütz liegt ca. 2 km nördlich von Wiehl etwa im Mündungsbereich des Alpetales in das Wiehltal. Der ehemalige Grauwacke Steinbruch ist Kernzone des ca. 8 km großen Schutzgebietes. Durch seine nach Süden geöffneten, terassierte, halbkreisförmige Abgrabungsstätte mit Steilwänden ist er besonders wärmespeichernd und stellt somit eine für die Region seltene Lebensgrundlage für wärmeliebenden Pflanzen- und Tierarten dar.

 

Schützenswerte Biotoptypen sind hier Pioniergehölze, Magerrasen, Schutthalden und Felsbereiche, Wald und Vorwaldstadien.

 

Die Verzahnung speziell der Vorwaldstadien und Magerrasenstrukturen in Verbindung mit dem besonderen Wärmehaushalt im Steinbruch ist für viele Insektenarten wie u. a. Schmetterlinge (Tag- und Nachfalter), Heuschrecken, Käfer und Zikade idealer Lebens- und Rückzugraum. Im Gebiet konnten 214 Großschmetterlingsarten kartiert werden; davon 26 Arten der Roten Liste (NRW). 11 Heuschreckenarten wurden nachgewiesen. Der Fund der Gemeinen Sichelschrecke stellt dabei eine von insgesamt nur vier Fundstellen im gesamten Süderbergland dar.

 

Das Vorkommen des Pinselkäfers, der Buckelzirpe, beides thermophile Arten, sowie des bundesweit stark gefährdeten Distelbocks unterstreichen die Besonderheit des oberbergischen Steinbruchs für den regionalen Biotop- und Artenschutz.

 

Auf der MP-Fläche wurden u.a. im Rahmen einer Diplom-Arbeit Grundlagen- und Vegetationskartierungen sowie Untersuchungen zur Schmetterlingsfauna durchgeführt. Seit 1994 werden mit dem Einverständnis der Eigentümer Pflegemaßnahmen im Kernbereich des NSG durchgeführt. Dazu zählen die regelmäßige Beweidung der Magerrasen mit der Moorschnucken-Herde, Mahdeinsätze, Entbuschungs- und Entkusselungsmaßnahmen und Entfernung des Riesen-Bärenklaus.

 

Eine aufwendige Müllaktion wurde 1997 mit Hilfe der DRK-Bergwacht Marienheide im Bereich der Steilwände durchgeführt, tatkräftig unterstützt durch Vertreter der Dorfgemeinschaft Morkepütz. Zur Vorbeugung weiterer Verkippung von Müll und zur Sicherung des an eine Steilwand angrenzenden Morkepützer Festplatzes konnte 1998 eine Vereinbarung mit der Stadt Wiehl bezüglich Aufbau eines aus heimischen Reisig bestehenden Schutzwalles getroffen werden.

 

Das in Abstimmung befindliche Pflege- und Entwicklungskonzpet sieht zukünftig weitere Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen vor, die mit Zustimmung der Eigentümer durchgeführt werden.