Obstwiesen-Info

 

 

AB-klein.tif (73272 Byte)Geschichte

Zu Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern war es selbstverständlich dass dichte Obstwiesen die Dörfer umrahmten. Die Äpfel und Birnen wurden getrocknet oder eingekocht, waren ständiger Bestandteil der meisten Mahlzeiten und dienten in den Wintermonaten als wichtige Vitaminspender. Die Bäume wurden regelmäßig beschnitten, um gleichmäßig hohe Erträge und schmackhaftes, gesundes Obst zu erzielen. Die Obstwiesen waren gleichzeitig Weidegrund für das Vieh. So erfüllten die Obsthöfe eine vielseitige und wechselwirksame Funktion.

 

 

Lebensraum

Neben der optischen Schönheit, mit der diese Landschaftselemente unsere bucklige Welt bereichern, bieten die Obstwiesen einen ökologisch wertvollen Lebensraum. Die blütenreichen Obstbäume locken zahlreiche Insekten an. Insbesondere Bienen und Hummeln 'fliegen' auf den Nektar, so daß es im Baum zur Blütezeit nur so summt und brummt. Die Gehölze beheimaten diverse Käfer und Larven und sind "Kampfplatz" für die verschiedensten 'Nützlinge' und 'Schädlinge', wie z. B. Florfliege gegen Blattlaus oder Schlupfwespe gegen Frostspanner. Entsprechend groß ist das Futterangebot für verschiedene Vogelarten.

 

St-kauz2_w.jpg (113354 Byte)Blau-, Kohl- und Sumpfmeise sowie Feldsperling gehören zu den häufigsten Bewohnern, seltener trifft man den Gartenrotschwanz. Der Wendehals galt früher als typische Obstwiesenart, heute ist er jedoch verschwunden. Ähnlich erging es dem Steinkauz, der seinen Nistplatz in den Asthöhlen alter Bäume anlegt.

Mit der Rodung und dem Zerfall der Obstwiesen geht auch der Lebensraum verloren.

 

Pflanzung - Nutzung - Schnitt

Wenn wir unsere Streuobstwiesen als prägenden Landschaftsbestandteile und als Lebensräume erhalten wollen, so müssen wir - neben der Neu-Anlage und Nachpflanzung - sicherstellen, daß auch die alten Bäume genutzt und gepflegt werden. Für die Anlage von neuen Obstwiesen, bzw. den Erhalt bereits bestehender, gibt es Fördermöglichkeiten durch den Oberbergischen Kreis.

 

Pflege

Die richtige, regelmäßige Pflege gewährleistet ein langes gesundes Wachstum der Bäume, was wiederum eine langjährige Nutzung ermöglicht. In den ersten zehn Standjahren muß durch jährlichen Schnitt (Erziehungsschnitt) ein stabiles Kronengerüst aufgebaut werden. Weitere Pflegeschnitte alle 3 - 5 Jahre wirken sich auf den Ertrag und Fruchtqualität aus. Bäume, die gut gepflegt werden, erreichen ein hohes Alter, sind für Krankheiten nicht so anfällig und sichern gleichmäßig gute Ernten.

 

Einige heimische hochwüchsige Sorten

Apfelsorten: Bäumchesapfel, Baumanns Renette, Boskoop, Danziger Kantapfel, Goldparmäne, Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm, Kanada-Renette, Luxemburger Renette, Ontario, Prinzenapfel, Rabaue, Rh. Winterrambour, Riesenboikenapfel, Rote Sternrenette, Schöner aus Nordhausen, Seidenhemdchen, Zuccalmaglio's Renette uvm.

Birnensorten: Gute Graue, Gute Luise, Köstliche von Charneau, Pastorenbirne

Zwetschgensorten: Hauszwetschge

 

Zu bekommen sind diese Sorten bei gutsortierten Baumschulen.

Außerdem sollte man beachten, ob es sich um gut- oder schlechtbestäubende Sorten handelt und demnach die Sorten kombinieren.

Wenn Sie ausführlichere Informationen zur Obstwiese haben möchten, melden Sie sich bei uns.