Schutzgebiete
MP 1 Waldnaturschutzgebiete
Die Oberbergischen Wälder sind durch historische Waldnutzungsformen geprägt. Großflächige, naturnahe und alte Laubholz-Hochwälder sind daher besonders selten und schutzwürdig. Andererseits sind durch Aufgabe der Nutzung die ökologisch ebenfalls sehr hochwertigen und kulturhistorisch bedeutsamen Niederwälder gefährdet. Für ihren Erhalt ist eine der ehemaligen Nutzung entsprechende Pflege bzw. Bewirtschaftung notwendig.
MP 2 Wald-Wiesen-Täler im Auenbereich
Da auf den besseren Böden der Kuppen und Hanglagen zu Beginn der landwirtschaftlichen Nutzung überwiegend Ackerbau betrieben wurde, gehören viele der heute noch vorhandenen Talwiesen und -weiden zu den ersten als Grünland genutzten Flächen im Oberbergischen. Durch die regelmäßige Mahd konnten sich an diese speziellen Bedingungen angepasste, artenreiche Pflanzengesellschaften entwickeln. Die Nutzung dieser Grünlandbereiche erfolgte weiterhin als sogenannte Streuwiesen. Darunter sind Wiesen zu verstehen, die wegen der dauernden Nässe und des geringen Ertrages erst im Spätsommer gemäht wurden. Das Mähgut konnte zu diesem Zeitpunkt meist nicht mehr für Futterzwecke verwendet werden und diente deshalb als Stalleinstreu. Häufig ist die Nutzung solcher Flächen heute unrentabel für die Landwirtschaft. Daher sind viele dieser Wiesen brachgefallen, womit in der Regel eine Verarmung der Artenvielfalt einhergeht.
MP 3 Hangmoore
Die oberbergischen Hangmoore dokumentieren in beeindruckender Weise die Verbindung von besonderen standörtlichen Voraussetzungen und alten bäuerlichen Wirtschaftsformen. Daraus resultiert einer der seltensten und bemerkenswertesten Lebensräume des Bergischen Landes. Das im Jahr 1988 vom Amt für Landschaftsschutz und vom Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Oberberg e. V. (OBN) begonnene Pflegeprogramm wird durch die Biologische Station fortgesetzt und ergänzt. Neben der Weiterführung der festgelegten Maßnahmen werden diese wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Dabei soll auch die Effizienz bisheriger Pflegeeingriffe untersucht werden.
MP 4 Magerweiden und Borstgrasrasen
Magerweiden sind artenreiche Grünlandgesellschaften, die aus einer extensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung hervorgegangen sind. Die Gefährdung dieser Pflanzengesellschaften drückt sich vor allem durch den hohen Anteil an Rote-Listen-Arten aus. Die zunehmende Eutrophierung über die Luft sowie der Düngemitteleinsatzes in der Landwirtschaft haben den Rückgang dieser Pflanzengesellschaft zur Folge, sofern die Bewirtschaftung nicht mit entsprechenden Naturschutzauflagen erfolgt.
MP 5 Steinbrüche, Halden und Heiden
Bei den genannten Biotoptypen handelt es sich um Sekundärlebensräume, deren Entstehung auf besondere menschliche Nutzungsformen zurückzuführen ist. Sie haben sich für viele Arten zu bedeutenden Rückzugsgebieten entwickelt. Im Wege der natürlichen Sukzession verbuschen diese Lebensräume. Hier gilt es, den künstlichen Lebenraumtyp durch geeignete Pflegemaßnahmen zu erhalten.