MP 2-1 Warnsbachtal
Das Naturschutzgebiet Warnsbachtal liegt in der Gemeinde Morsbach. Es umfasst die 25-50 m breite Talsohle des Warnsbaches, welche durch baum- und strauchbestandene Wegböschungen begrenzt wird. Der ehemals begradigte Bach fließt am östlichen Rand des Gebietes direkt unterhalb der Böschung zum Wirtschaftsweg. Er wird von einem Ufergehölz aus Weiden und Schwarz-Erlen begleitet. Die Größe des geplanten Naturschutzgebietes beträgt ca. 2,5 ha und liegt zwischen 230 und 240 m ü. NN. Aufgrund der kleinflächigen Wechsel der Feuchtigkeitsverhältnisse ist ein Mosaik von verschiedenen Pflanzenbeständen anzutreffen. Die Kernbereiche werden von der Sumpfdotterblumenwiese (Calthiom palustris) sowie dem Waldsimsesumpf (Scirpetum sylvatici) gebildet. Die beiden Pflanzengesellschaften sind nur sehr kleinflächig vorhanden, da sie einer regelmäßigen Nutzung unterliegen müssen. Weiter verbreitet ist daher die Baldrian-Mädelsüß-Gesellschaft (Valeriano-Filipenduletum), die sich auf den brachgefallenen Sumpfdotterblumenwiesen einstellt. Je nach Feuchtigkeit und Stickstoffversorgung treten andere Hochstaudenflure wie verbrachte Glatthaferwiesen (Arrhenatheretum), Brennessel (Urtica dioca)- Bestände und Pestwurzelfluren (Phalarido-Petasitetum) auf. An den Kleingewässern sind kleinflächig Röhrichte, Großseggenbestände und Wasserpflanzengesellschaften anzutreffen.
Die ersten Bemühungen, um die im Eigentum der Gemeinde Morsbach befindlichen Flächen fanden durch den OBN Morsbach statt. Die Mitglieder legten mehrere Teiche an und versuchten, durch Aufstau des Baches die Feuchtigkeit im Wiesenbereich zu erhöhen und das Bachbett "auskoffern" zu lassen.
Die BSO ließ das Gebiet 1992 im Rahmen eines Werkvertrages kartieren und erstellte darauf aufbauend einen Pflege- und Entwicklungsplan, der 1993 abgestimmt wurde. Dieser sieht die Pflege der nährstoffreichen Feuchtwiesen in Form der Mahd und Beweidung vor. 1992 und 1993 wurden "mähbare Teilflächen" gemäht. Seit 1994 wird die Fläche im Rahmen eines Mittelgebirgsprogramm-Vertrages durch Schottische Hochlandrinder beweidet. Der begradigte Bachlauf wurde in Zusammenarbeit mit dem Aggerverband renaturiert.